Im Beisein des Künstlers wurde in der Christuskirche die Ausstellung „ins Licht” zum 75. Geburtstag Andreas Felgers eröffnet. „Möge Gottes Angesicht über uns leuchten,” hoffte Präses Dr. Birgit Pfeiffer bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste. Sie selbst habe schon seit langem eine enge Beziehung zu Felgers Werken, die sie von der Jahreslosung zur Konfirmation an begleitet haben. Sie wünsche sich, dass viele Menschen ins Licht treten können und von den Bildern angeregt werden, die christliche Themen aufgreifen und einen neuen Zugang zu den eigenen Lebensfragen ermöglichen.
„Felger ist ein vielseitiger Künstler, der ein umfassendes Werk geschaffen hat. Mit seinen Natur- oder Bibelmotiven ist er in Mainz an einigen Orten künstlerisch vertreten,” erläuterte Stadtkirchenpfarrer Rainer Beier. Die von ihm initiierte Ausstellung in der Christuskirche setze bewusst auf eine Gegenüberstellung von Vertrautem und bisher noch nie in Kirchen Gezeigtem. So werden die Originale seiner bekannten Holzschnitt- und Aquarellarbeiten der bisher eher unbekannten Ölmalerei gegenübergestellt. Insgesamt über einhundert Exponate und eine Felger-Bibel-Installation regen zu einer Auseinandersetzung mit zentralen Fragen der Kunst und des Glaubens an und versuchen die Betrachter emotional zu erreichen. Zusammengestellt wurde die Geburtstagsausstellung in Kooperation mit der Kuratorin Anna-Donata von Lerchenfeld von der Präsenz Galerie der Jesus-Kommunität Gnadenthal. Bewusst wurde mit Kontrasten und Themengruppen gearbeitet.
Der musikalische Rahmen wurde gestaltet von Meisterschüler Dmitriy Isakov von der Mainzer Hochschule für Musik, der Werke von Bach und eine Violinsonate von Jean Langlais spielte. Kantor Volker Ellenberger begleitete die Veranstaltung an der Orgel.
Mit dem Titel „Auf dem Weg - auf der Suche” gab Professor Frank Günter Zehnder aus Euskirchen eine Einführung in Leben und Werk Felgers, der als einer der bekanntesten noch lebenden Künstler in der christlichen Kunstszene gilt. Geboren 1935 am Fuße der Schwäbischen Alb war er unter anderem Meisterschüler an der Akademie der Bildenden Künste in München. Begabung, Schule und Gestaltungswille habe seine unermüdlichen Schaffensprozesse über Jahrzehnte begleitet, betonte Zehnder. Die unverwechselbare Kunstsprache des Malers, Graphikers und Bildhauer sei geprägt durch Gegensätze: Kontinuität und Wandlung, Ruhe und Dynamik, Tradition und Innovation. Inspiriert werde er oft von Naturerlebnissen und vom Licht des Südens. Doch ob Landschafts- oder Gesellschaftsmotiv, Felger setze bei der Suche nach dem gelungenen Bild eher auf Vorstellung statt auf Abbildung. In seinem großen Repertoire wechselt Figürlichkeit ab mit rein abstrakter Formensprache.
„Die phantasievollen und leidenschaftlichen Werke spiegeln sein Inneres und sind ein Bekenntnis zu Glauben und Spiritualität,” schilderte der Kunstexperte. Felger äußere klare Botschaften, wirke jedoch nicht missionierend. Auch durch fehlende Titel wird den Betrachtern ein individueller Zugang ermöglicht, gleichsam werden Geist und Sinne angesprochen. Von einigen Motiven fühle man sich regelrecht geborgen, schilderte Rainer Beier bei der Betrachtung zu einem Werk, auf dem mit Farben der Weg vom Dunkel ins Licht nachvollzogen wird. „Aus Andreas Felgers Bildern strömt Hoffnung und Optimismus, sie tun der Seele gut.”
Die Ausstellung ist noch bis 26. September in der Christuskirche zu sehen und wird ergänzt durch Gottesdienste, Führungen, Konzerte und Begleitveranstaltungen mit namhaften Persönlichkeiten. Auf dem Programm stehen unter anderem Vorträge von Propst Dr. Klaus-Volker Schütz (1.9.), Karl Kardinal Lehmann (7.9.), Professor Fulbert Steffensky (14.9.) und Pater Anselm Grün (22.9.). (Nicole Weisheit-Zenz)
Weitere Informationen im Internet unter
www.ins-licht-andreas-felger-mainz.de