Am Sonntag, den 4. März 2011 lädt die Evangelische Maria-Magdalena Gemeinde in Mainz um 18 Uhr zu einem besonderen Konzert. Torsten Laux ist Professor für Orgel an der Robert-Schumann Hochschule Düsseldorf. Der brillante Konzertorganist und mehrfache Preisträger europäischer Orgelwettbewerbe kommt wieder auf den Lerchenberg, um mit seinem virtuosen Orgelspiel zu unterhalten. Er wird bei dem Konzert begleitet von seinem jüdischen Freund Semjon Kalinowski aus Lübeck. Beide wollen versuchen die Brücke zu schlagen zwischen Kirche und Synagoge.
Der in der Ukraine geborene Bratschist, Semjon Kalinowski, Initiator und musikalische Leiter des Festivals „Jüdische Kulturtage Lübeck“, ist ein bekannter und ausgezeichneter Viola-Spieler, der in ganz Europa Konzerte gibt. Er steht als Jude für den Konzert-Teil „Synagoge“. Die Geschichte der jüdischen Musik reicht Jahrtausende zurück. Die hebräische Bibel nennt in Gen. 4, 21 als Stammvater aller Musiker (Zither- und Flötenspieler) Jubal. Gesang und Instrumentalspiel waren – vor allem nach der Zeit des Babylonischen Exils – fester Bestandteil des Jerusalemer Tempelkultes. Nach der Zerstörung des Tempels (70 n.Chr,) wurde im Gottesdienst bewusst auf Instrumentalmusik verzichtet und wurde über viele Jahrhunderte musikalisch geprägt vom Wechselgesang des Kantors und der Gemeinde. Erst eine Reformbewegung zu Beginn des 19.Jahrhunderts brachte die Orgel in die Synagoge. Der Holocaust setzte dieser Tradition ein gewaltsames Ende. Die Synagogenorgeln und Noten wurden leider mit den Gebäuden zerstört und zerstreut.