Bechtheim. Auf historischen Spuren zogen die evangelische und katholische Kirchengemeinde am 22. August gemeinsam durch Bechtheim, um das 100. Jubiläum der evangelischen Kirche zu feiern. Damals wie heute begann der Festtag in der Basilika. Diese wurde bis zur Einweihung des evangelischen Gotteshauses als Simultankirche benutzt. Begleitet von den Bläsern des Katholischen Musikvereins Osthofen ging es dann in einem gemeinsamen Bittgang zur evangelischen Kirche.
Zum Festgottesdienst begrüßten Pfarrer Andreas Schenk und Heinrich Hamm, Vorsitzender des Kirchenvorstands. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Gesangverein Concordia Bechtheim. Dekan Harald Storch zitierte in seiner Predigt ein Gebet aus dem großherzoglich-hessischen Kirchenbuch von 1904. Das Gebet wurde auch bei der Einweihung im Jahr 1910 gesprochen. Damit erneuerte Storch die Bitte, dass „Segensströme fließen von dieser Stätte in alle Herzen und Häuser in dieser Gemeinde“. Dr. Ulrich Oelschläger, Präses der Landeskirche, erinnerte in seinem Grußwort insbesondere an Hermann Hickel, eine bemerkenswerte Person: Zur Zeit des Nationalsozialismus hielt sich der Pfarrvikar Hickel als Mitglied der Bekennenden Kirche illegal in Bechtheim auf und prägte damit die 100-jährige Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde. Die Lesung aus dem ersten Brief an die Korinther hielt Klaus Martin, Vorsitzender des Dekanatssynodalvorstands im Dekanat Worms-Wonnegau.
Mit einem bunten Programm feierten die Bechtheimer im Anschluss an den Gottesdienst am Fuße der Kirche weiter.